Pressemitteilung
16. Januar 2010 - Wuppertal
27.000 Euro um Sucht vorzubeugen
1. Jugendcafé Wildenfels - gefördert mit 2.500 Euro
Zielgruppe der Einrichtung und der mobilen Jugendsozialarbeit sind Jugendliche im Alter von 12 bis 27 Jahren aus Wildenfels und den umliegenden Orten. Besondere Aufmerksamkeit gilt jedoch den Jugendlichen, die bezüglich ihrer Lebenslage in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung Defizite aufweisen und denen aufgrund sozialer Problemlagen und Notsituationen oder als Minderheitengruppe gesellschaftliche Teilhabe nur begrenzt möglich ist. Abgeleitet von den globalen Zielvorgaben der Jugendhilfe sind das Hauptziel dieser Arbeit, Kinder und Jugendliche zu einer verantwortlichen Lebensführung zu befähigen und dementsprechend Hilfen anzubieten, die zur Verbesserung der Entwicklungsmöglichkeiten und der Lebensqualität führen. Die Handlungsfelder der Arbeit sind in vier Bereiche gegliedert:
• Offener Bereich (Jugendtreff, Cafeteria, Freizeitgestaltung)
• Mobile Jugendsozialarbeit (Jugdl. draußen aufsuchen/an Schule Ansprechpartner sein)
• Einzelfallhilfe (Information, Beratung, Vermittlung, Maßnahmen...)
• Gruppenarbeit (Prävention und Bildungsarbeit)
2. Streetworkprojekt Zwickau - 2.500 Euro
Die Arbeit geschieht in fünf Stadtteilen und richtet sich an Jugendliche, deren Lebensraum sich durch soziale und pädagogische Arbeit verbessern lässt, die aber von bestehenden Einrichtungen der Jugend- und Sozialarbeit nur ungenügend erreicht werden bzw. von diesen nicht erreicht werden wollen ... Jugendliche, die aufgrund gesellschaftlicher und persönlicher Entwicklungen benachteiligt, kriminalisiert und stigmatisiert werden, sich unerwünscht und allein gelassen fühlen. Die Straßensozialarbeit wendet sich insbesondere an aggressive und verhaltensauffällige, suchtgefährdete oder straffällig gewordene junge Menschen. Das Projekt kooperiert mit den unmittelbar vorhandenen Jugendhilfeeinrichtungen und allen hierfür „signifikanten Bezugspersonen und -gruppen“. Über die Beratung und Begleitung von Hilfesuchenden hinaus bringt das Projekt in den zuständigen Stadtteilen bereits seine Kompetenzen in Stadtteilentwicklung und - sanierung ein und arbeitet an der Öffnung, Umstrukturierung und Weiterentwicklung von Schulen, um deren „Personal zu qualifizieren und in die sozialen Strukturen der Stadtteile zu integrieren. Darüber hinaus werden Haupt- und Ehrenamtliche geschult und die Bevölkerung wird durch Informationsversveranstaltungen für die Problematik der Jugendlichen sensibilisiert.
Unterstützung der laufenden Arbeit.
3. Jugendcafé Zwickau - 1.500 Euro
Zielgruppe der Einrichtung sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren aus Zwickau. Besondere Aufmerksamkeit gilt jedoch den benachteiligten Kindern und Jugendlichen, die von den traditionellen Angeboten der Jugendarbeit in Vereinen und Verbänden oftmals nicht erreicht werden. Das Jugendcafé unterstützt, eingebettet in die prinzipiellen Zielvorgaben der Jugendhilfe, Kinder und Jugendliche bei der Entwicklung einer verantwortlichen Lebensführung. Die Kinder und Jugendlichen sollen ihr Lebensumfeld aktiv zu gestalten lernen und am gesellschaftlich-politischen Leben mitwirken.
4. Jugendbegegnungsstätte Lößnitz - 5.000 Euro
Offene Jugendarbeit als Angebot für Kinder und Jugendliche, die aus der Stadt und Umgebung von Lößnitz kommen. Unter dem Leitspruch „Offen für alle aber nicht für alles“ wird Raum für Begegnung, gemeinsames Spielen, Sport und auch ernsthafte Gespräche geboten. Kinder und Heranwachsende erhalten Anstöße, damit sie etwas mit sich anzufangen wissen. Fitnesstraining, Tischtennis, Fußball in der Sporthalle oder ausgefallene Aktivitäten wie Geocaching oder Crossbike-Parcours vertreiben die Null-Bock-Stimmung und beugen der Langeweile vor. In der "Oase" gestalten Kinder und Jugendliche ihre Freizeit miteinander, bekommen Impulse für eine sinnvolle Lebensorientierung und bei Bedarf auch Beratung und Einzelfallhilfe. Mit dem integrierten Streetworkprojekt werden auch Jugendliche erreicht, die (noch) keinen Bezug zur „Oase“ haben, seit 2009 mit einem kleinen Schülercafé und „Mobile Jugendarbeit in der Schule“ inzwischen auch regelmäßig an der örtlichen Mittelschule. Es werden in wachsendem Umfang Vernetzungen mit allen örtlichen Bildungsträgern aufgebaut, um gezielte Hilfe besser zu koordinieren und Informationen besser weiterzugeben.
5. Streetworkprojekt Zwönitz - 2.500 Euro
Die Straßensozialarbeit richtet sich insbesondere an Jugendliche und Junge Erwachsene, deren überwiegender Lebensraum die Straße ist. Sie richtet sich somit an verhaltensauffällige oder aggressive, suchtgefährdete oder straffällig gewordene junge Menschen. Aus der Straßensozialarbeit heraus - verbunden mit der Wahrnehmung der Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen erwachsen unterschiedliche Projekte und konkrete Einzelfallhilfe. Das Kontaktbüro hat sich sowohl zur Anlaufstelle entwickelt, dient aber ebenfalls als Rückzugsort für Beratungen. Zum Arbeitsschwerpunkt des Streetworkprojektes hat sich die Beratungs- und Einzelfallhilfe entwickelt. Sowohl Jugendliche und junge Erwachsenen als auch deren Bezugspersonen wenden sich mit unterschiedlichsten Problem- und Krisenkonstellationen beständig und weiter zunehmend an das Streetworkprojekt. Die Anzahl an Hilfesuchenden steigt stetig an. Dabei ist auffallend, dass sich die Problemlagen zunehmend krisenhafter und im Kern wesentlich komplexer darstellen. Aufgrund dieses Bedarfes ist die Projekt- und sozialpädagogische Gruppenarbeit personell kaum umsetzbar. Die offene Arbeitsstruktur des Projektes ermöglicht schnell, flexibel und unbürokratisch dem Einzelnen zu helfen. Wichtig hierbei ist das breite Netz an Kontakten und Kooperationen.
6. Kinder- und Jugendvilla Xtra Dry - 3.000 Euro
Das Xtra Dry betreibt suchtpräventive und integrative Kinder- und Jugendarbeit in für die Zielgruppe speziell eingerichteten Räumen. In der Jugendbegegnungsstätte wird Jugendarbeit in vielen Bereichen von den Jugendlichen selbst gestaltet. Die Mitarbeiter verstehen sich dabei als Berater und Begleiter auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Das Xtra Dry bietet neben einem Café, indem Jugendliche ermutigt werden, ihre Freizeit ohne Alkohol- und Drogenkonsum zu gestalten weitere Angebote wie z.B. Kinderstunde, Hausaufgabenhilfe, Projektwochen und Elternfrühstück incl. Vorträgen zu Suchtprävention und Erziehungsfragen an. Die Ziele der Arbeit liegen in der Stärkung des Selbstwertgefühls durch sinnvolle Freizeitangebote, in der Vermittlung sozialer Kompetenzen und christlicher Werte, der Hilfestellung zur Gestaltung eines zielorientierten, sucht- und gewaltfreien Lebens und in der Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Suchtproblematik unter Kindern und Jugendlichen.
7. blu:prevent der Kinder- und Jugendvilla Xtra Dry - 1.500 Euro
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben ein spannendes, lehrreiches und nachhaltiges Schulprogramm zur Alkohol- und Drogenprävention entwickelt, welches seit 2004 an bundesweiten Schulen erfolgreich durchgeführt wird. In Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen für Alkoholkranke und deren Angehörige vermitteln die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in jeweils drei bis vier Schulstunden den Schülerinnen und Schülern die Gefahren die durch Alkohol- und Drogenkonsum entstehen. Durch (Internet-) Seelsorge gibt es nachhaltige Kontakte.
8. spotlight - PR-Projekt mit Cacau - 4.000 Euro
Die Agentur Profipartner 24 fördert die öffentliche Wahrnehmung von Kindern aus suchtbetroffenen Familien durch den von ihr betreuten Fußballprofi Cacau. Dies geschieht u. a. durch Kommunikation auf Autogrammkarten, Aufsteller und Infowänden, in Interviews und auf der Website von Cacau. Cacau weist auf seinen Veranstaltungen auf die Situation und Hilfsmöglichkeiten hin, bittet um Unterstützung und verteilt Informationsmaterial.
9. Stand Bundestreffen des Blauen Kreuzes 2010 - 700 Euro
Das Blaue Kreuz in Deutschland e.V. feiert vom 28. bis 30.5.2010 in Chemnitz sein 125-jähriges Bestehen. Zu diesem Treffen werden zwischen 1.500 und 2.000 Gäste erwartet. Im Foyer der Messehalle gibt es kostenpflichtige Präsentationsmöglichkeiten für gemeinnützige und kommerzielle Aussteller. Das Blaue Kreuz möchte die Gäste mit einem Stand über die Situation von Kindern aus suchtbetroffenen Familien informieren.
10. Familie im Blick / Coburg - 2.500 Euro
Aufgrund der Heterogenität der Auswirkungen einer elterlichen Suchtproblematik und der möglichen Reaktionen der betroffenen Kinder müssen auch die Hilfsangebote dementsprechend möglichst vielfältig und breitgefächert sein. So gibt es individuelle Angebote wie Hausaufgabenbetreuung und Förderung motorischer Fähigkeiten, eine wöchentliche Kindergruppe und eine Jugendgruppe. Mit diesen Angeboten werden Kinder und Jugendliche dabei unterstützt ein eigenes Wert- und Normempfinden aufzubauen, selbständig zu werden und Zugang zu den eigenen Gefühlen zu erlangen bzw. sich mit diesen auseinanderzusetzen. Ebenso gibt es bedarfgerechte Angebote für Eltern, wie Elternberatung und Familiennachmittage. Des Weiteren werden Präventionsseminare für verschiedene Schulklassen und Kindergärten durchgeführt, ebenso Schulungen von Erziehern und Lehrern. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Cocktailbar „Wunderbar“, ein Projekt von Jugendlichen für Jugendliche. Es erfolgen Einsätze bei Gemeindefesten und Schulfesten. Eine intensive Zusammenarbeit zur Vernetzung mit unterschiedlichsten Hilfeeinrichtungen wird angestrebt.
11. Projekt Drachenherz / Marburg - 2.500 Euro
"Drachenherz" ist ein Beratungsangebot, für Kinder und Jugendliche, deren Eltern an einer Alkoholerkrankung leiden. Unterstützt werden Kinder und Jugendliche von 5 bis etwa 18 Jahren durch Einzel- und Gruppenangebote sowie durch Online-Beratung. Die Angebote haben eine pädagogisch/beraterische Ausrichtung. Beratung meint hier, Kinder und Jugendliche so zu stärken, dass sie in ihrer besonderen Lebenssituation durch Veränderung ihrer Grundeinstellungen und Problembewältigungsstrategien konstruktiv handlungsfähig werden. Es werden mehrere parallele Gruppen eingerichtet. In den geschlossenen Gruppen treffen sich etwa 5 Kinder für jeweils 2 Zeitstunden. Die Stunden sind in einen freien und einen strukturierten Teil aufgeteilt. Die Angebote sind für die Kinder kostenfrei. Daneben gibt es ein Beratungsangebot an interessierten Schulen. Hierdurch sollen Kinder und Jugendliche erreicht werden, die sich nicht trauen die Beratungsstelle aufzusuchen und/oder deren Eltern einen Kontakt zu helfenden Personen nicht wünschen. Die Kinder/Jugendlichne können sich in dieser Zeit auch anonym beraten lassen. Neben der direkten Beratungsarbeit mit Betroffenen ist ein weiteres Anliegen, die Öffentlichkeit auf die Situation der Kinder und Jugendlichen aufmerksam zu machen. Dies geschieht über Schuleinsätze, Fortbildungen und Seminarangebote. Die Multiplikatorenarbeit rundet das Angebot ab. Sie umfasst die Weiterbildung von interessierten Fachkräften (z.B. Lehrer, Kinderärzte, Erzieher) hinsichtlich einem verbesserten Einfühlungsvermögen für und einem speziellen Fachwissen über die Lebens- und Entwicklungsbedingungen der Kinder/Jugendlichen aus suchtbelasteten Familien.
12. Elterntraining - Notdienst Berlin e.V. - 1.250 Euro
Elterntraining für Mütter, Väter und Angehörige, deren Kinder Drogen und/oder Alkohol konsumieren. In kleinen Gruppen sollen die Mütter und Väter gemeinsame Lösungsstrategien erarbeiten, um die Erziehungskompetenz zukünftig zu stärken. So sollen Eltern befähigt werden, ihren drogen- und/oder alkoholabhängigen Kindern angemessen gegenüber zu treten und eigene Grenzen zu definieren.
Der Notdienst bietet dieses Training allen Berlinern Müttern und Vätern an. Die Trainings sind wie folgt konzipiert:
• Vermittlung von Basiswissen (Kenntnisvermittlung über Sucht, Co-Abhängigkeit, Therapie- und Entzugsmöglichkeiten sowie Angebote der Jugendhilfe)
• Vermittlung von Handlungsanweisungen (Grenzsetzung, klare Haltung, Umgang mit Macht- und Hilflosigkeit, Vorbildverhalten)
• Erarbeitung von Perspektiven (konkrete Fallbearbeitung, Einübung neuer Umgangsformen und Verhaltensweisen)
• Evaluation (Auswertung, Entwicklung und Führung eines „Handlungs-Tagebuches)
13. „Logout“ Sozialdienst kath. Männer e.V., Leverkusen - 700 Euro
"Logout" ist ein geschlechtsspezifisches Angebot für Jungen, da sie im Bereich der Computerspiel- und Internetsucht gefährdeter sind als Mädchen. Das Projekt soll an Schulen, Freizeiteinrichtungen und Vereinen in NRW stattfinden. Angedacht sind entsprechende Projektwochen, regelmäßige wöchentliche Treffen. Die Gruppenarbeit behandelt folgende Themen:
• Aktive inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema Computerspiel- und
Internetsucht
• Entwicklung von Präventionsmaßnahmen für ein suchtfreies Leben
• Handlungsmöglichkeiten bei konkreten fällen von exzessiven Gebrauch von Computerspielen und Internet
So wird das Projekt das Wissen über die Gefahren des exzessiven Gebrauchs von Computern und Internetgebrauch erweitern, ebenso den Spagat zwischen normaler und exzessiver Nutzung. Das Projekt fördert die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschlechterrolle vor dem Hintergrund der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Darauf aufbauend lernen die Teilnehmer verschiedene Möglichkeiten kennen, sich selbstsicher im realen Leben zu behaupten und eigene Bedürfnisse in schwierigen Situationen zu vertreten.
Fördersumme insgesamt 27.150 Euro
Wenn Sie noch Fragen zu den oben aufgeführten Projekten haben oder eine ausführlichere Beschreibung der Projekte wünschen, dann rufen Sie mich bitte an:
Ralf Mauelshagen, Stiftungsbetreuer, Tel.: 0202/62003-47

