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Pressemitteilung

20. Februar 2012 - Wuppertal

Starke Projekte gegen Sucht

Das Kuratorium der Stiftung Deutsche KinderSuchthilfe hat auf seiner Sitzung am 11.02.2012 beschlossen, folgende Projekte und Arbeiten im Jahr 2012 mit insgesamt 52.700 Euro zu fördern:

1. Streetworkprojekt Zwickau: 5.000 Euro 

Die Arbeit geschieht in fünf Stadtteilen und richtet sich an Jugendliche, deren Lebensraum sich durch soziale und pädagogische Arbeit verbessern lässt, die aber von bestehenden Einrichtungen der Jugend- und Sozialarbeit nur ungenügend erreicht werden. Die Straßensozialarbeit wendet sich insbesondere an aggressive und verhaltensauffällige, suchtgefährdete oder straffällig gewordene junge Menschen. Das Projekt kooperiert mit den unmittelbar vorhandenen Jugendhilfeeinrichtungen. Über die Beratung und Begleitung von Hilfesuchenden hinaus bringt das Projekt in den zuständigen Stadtteilen bereits seine Kompetenzen in Stadtteilentwicklung und -sanierung ein und arbeitet an der Öffnung, Umstrukturierung und Weiterentwicklung von Schulen, um deren Personal zu qualifizieren und in die sozialen Strukturen der Stadtteile zu integrieren.  

2. Jugendbegegnungsstätte Lößnitz: 5.000 Euro

Kinder und Heranwachsende erhalten in der offenen Jugendarbeit Anstöße, damit sie etwas mit sich anzufangen wissen. Fitnesstraining, Tischtennis, Fußball in der Sporthalle oder ausgefallene Aktivitäten wie Geocaching oder Crossbike-Parcours vertreiben die Null-Bock-Stimmung und beugen der Langeweile vor. In der "Oase" gestalten Kinder und Jugendliche ihre Freizeit miteinander, bekommen Impulse für eine sinnvolle Lebensorientierung und bei Bedarf auch Beratung und Einzelfallhilfe. Mit dem integrierten Streetworkprojekt werden auch Jugendliche erreicht, die (noch) keinen Bezug zur „Oase“ haben, seit 2009 mit einem kleinen Schülercafé und „Mobile Jugendarbeit in der Schule“ inzwischen auch regelmäßig an der örtlichen Mittelschule.  

3. Streetworkprojekt Lößnitz: 5.000 Euro 

In Kooperation mit der Jugendbegegnungsstätte Lößnitz. Konzeptionell identisch mit dem Streetworkprojekt Zwickau (siehe 1.) 

4. Streetworkprojekt Zwönitz: 5.000 Euro 

Die Straßensozialarbeit richtet sich insbesondere an Jugendliche und Junge Erwachsene, deren überwiegender Lebensraum die Straße ist. Sie richtet sich somit an verhaltensauffällige oder aggressive, suchtgefährdete oder straffällig gewordene junge Menschen. Aus der Straßensozialarbeit heraus - verbunden mit der Wahrnehmung der Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen erwachsen unterschiedliche Projekte und konkrete Einzelfallhilfe. Das Kontaktbüro hat sich sowohl zur Anlaufstelle entwickelt, dient aber ebenfalls als Rückzugsort für Beratungen. Sowohl Jugendliche und junge Erwachsenen als auch deren Bezugspersonen wenden sich mit unterschiedlichsten Problem- und Krisenkonstellationen beständig und weiter zunehmend an das Streetworkprojekt. Die offene Arbeitsstruktur des Projektes ermöglicht schnell, flexibel und unbürokratisch dem Einzelnen zu helfen. Wichtig hierbei ist das breite Netz an Kontakten und Kooperationen. 

5. Kinder- und Jugendvilla Xtra Dry: 5.000 Euro

Das Xtra Dry betreibt suchtpräventive und integrative Kinder- und Jugendarbeit und bietet neben einem Café, indem Jugendliche ermutigt werden, ihre Freizeit ohne Alkohol- und Drogenkonsum zu gestalten, weitere Angebote wie z.B. Kinderstunde, Hausaufgabenhilfe, Projektwochen und Elternfrühstück incl. Vorträgen zu Suchtprävention und Erziehungsfragen an. Die Ziele der Arbeit liegen in der Stärkung des Selbstwertgefühls durch sinnvolle Freizeitangebote, in der Vermittlung sozialer Kompetenzen und christlicher Werte, der Hilfestellung zur Gestaltung eines zielorientierten, sucht- und gewaltfreien Lebens und in der Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Suchtproblematik unter Kindern und Jugendlichen. 

6. blu:prevent der Villa Xtra Dry: 5.000 Euro 

Die Mitarbeiter haben ein spannendes, lehrreiches und nachhaltiges Schulprogramm zur Alkohol- und Drogenprävention entwickelt, welches seit 2004 bundesweit an Schulen erfolgreich durchgeführt wird. In Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen für Alkoholkranke und deren Angehörige vermitteln die Mitarbeiter in jeweils drei bis vier Schulstunden den Schülern die Gefahren die durch Alkohol- und Drogenkonsum entstehen. Durch (Internet-) Seelsorge gibt es nachhaltige Kontakte. 

7. spotlight - PR-Projekt mit Cacau: 5.000 Euro

Die Agentur Profipartner 24 fördert die öffentliche Wahrnehmung von Kindern aus suchtbetroffenen Familien durch den von ihr betreuten Fußballprofi Cacau. Dies geschieht u.a. durch Kommunikation auf Autogrammkarten, Aufsteller und Infowänden, in Interviews und auf der Website von Cacau. Cacau weist auf seinen Veranstaltungen auf die Situation und Hilfsmöglichkeiten hin, bittet um Unterstützung und verteilt Informationsmaterial. Ebenso versucht die Agentur „das Thema“ permanent in den öffentlichen Medien zu platzieren.  

8. Bundesjugendtreffen des Blauen Kreuzes: 1.300 Euro

Das Bundesjugendtreffen ist eine Jugendfreizeit für Jugendliche aus Blaukreuz-Jugendgruppen, den Blaukreuz-Jugendeinrichtungen, Angehörigen von Suchtmittelabhängigen und Schülern, die über Präventionsprojekten in Schulen Kontakt zum Blauen Kreuz gefunden haben. Der Schwerpunkt der Freizeit liegt bei der Kontaktpflege und dem Austausch der Teilnehmenden und in der Impulssetzung für das persönliche Leben.  

9. Jugendsommerfreizeit des Blauen Kreuzes: 900 Euro 

Die Jugendfreizeit dient Jugendlichen zur Erholung und Entspannung, zur Selbstverwirklichung und der Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Die Jugendlichen können erfahren, dass sie Alkohol weder zur Konfliktbewältigung benötigen, noch zur Ich-Stärkung und Selbstdarstellung. Außerhalb ihres gewohnten Umfeldes werden die Jugendlichen in ihrer sozialen Kompetenzen gestärkt, wird ihnen durch den Kontakt mit den anderen Teilnehmenden Toleranz, Respekt und Selbstwert vermittelt und im Miteinander Verantwortungsbewusstsein und Kommunikationsverhalten trainiert. Dazu werden bewusst erlebnispädagogische Einheiten sowie thematische Einheiten zu Glaube, Freundschaft und Lebensbewältigung durchgeführt.   

10. Familie im Blick / Coburg: 4.000 Euro

Aufgrund der Heterogenität der Auswirkungen einer elterlichen Suchtproblematik und der möglichen Reaktionen der betroffenen Kinder müssen auch die Hilfsangebote dementsprechend möglichst vielfältig und breitgefächert sein. So gibt es individuelle Angebote wie Hausaufgabenbetreuung und Förderung motorischer Fähigkeiten, eine wöchentliche Kindergruppe und eine Jugendgruppe. Mit diesen Angeboten werden Kinder und Jugendliche dabei unterstützt ein eigenes Wert- und Normempfinden aufzubauen, selbständig zu werden und Zugang zu den eigenen Gefühlen zu erlangen. Ebenso gibt es bedarfsgerechte Angebote für Eltern, wie Elternberatung und Familiennachmittage. Des Weiteren werden Präventionsseminare für verschiedene Schulklassen und Kindergärten durchgeführt, ebenso Schulungen von Erziehern und Lehrern. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Cocktailbar „Wunderbar“, ein Projekt von Jugendlichen für Jugendliche.  

11. Projekt Drachenherz / Marburg 3.000 Euro

"Drachenherz" ist ein Beratungsangebot, für Kinder und Jugendliche, deren Eltern an einer Alkoholerkrankung leiden. Unterstützt werden Kinder und Jugendliche von 5 bis etwa 18 Jahren durch Einzel- und Gruppenangebote sowie durch Online-Beratung. In den geschlossenen Gruppen treffen sich etwa 5 Kinder für jeweils 2 Zeitstunden. Die Angebote sind für die Kinder/Jugendlichen kostenfrei. Daneben gibt es ein Beratungsangebot an interessierten Schulen. Hierdurch sollen Kinder und Jugendliche erreicht werden, die sich nicht trauen die Beratungsstelle aufzusuchen und/oder deren Eltern einen Kontakt zu helfenden Personen nicht wünschen. Neben der direkten Beratungsarbeit mit Betroffenen ist ein weiteres Anliegen, die Öffentlichkeit auf die Situation der Kinder und Jugendlichen aufmerksam zu machen. Dies geschieht über Schuleinsätze, Fortbildungen und Seminarangebote. Die Multiplikatorenarbeit rundet das Angebot ab. Sie umfasst die Weiterbildung von interessierten Fachkollegen/innen (z.B. Lehrer, Kinderärzte, Erzieher) hinsichtlich einem verbesserten Einfühlungsvermögen für und einem speziellen Fachwissen über die Lebens- und Entwicklungsbedingungen der Kinder/Jugendlichen aus suchtbelasteten Familien. 

12. Bärenstark / Wuppertal: 1.000 Euro

Bärenstark, das sind unterschiedliche Angebote, die die Erkrankung Sucht als ein Familienphänomen begreifen und daher den Anspruch haben, sowohl Eltern als auch Kinder und Jugendliche zu stärken. Neben den Angeboten für Familien mit parallel stattfindender Eltern- und Kindergruppe und dem Treff für alle Jugendlichen ab 14 Jahren, werden in den Schulferien Projekttage für alle Kinder ab 6 Jahren angeboten. Ebenso wird es Präventionsangebote an und für Wuppertaler Schulen geben. 

13. HaLT in Lippe / Blaukreuz-Zentrum Lippe: 4.000 Euro 

HaLT in Lippe ist ein Jugendschutz- und Alkoholpräventionsprojekt indem junge Menschen, welche durch exzessiven Alkoholkonsum aufgefallen sind, umfassend beraten werden. Darüber hinaus wird auf kommunaler Ebene versucht, eine erhöhte Sensibilität zum Thema Alkoholkonsum zu schaffen und zugleich die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen zu gewährleisten. Die Beratung beinhaltet u.a. eine möglichst schnelle Reaktion auf komatöses Rauschtrinken bei Jugendlichen: ein Gespräch mit dem Jugendlichen sehr zeitnah nach der Krankenhauseinlieferung, ein zweitägiges Gruppenangebot für diese Jugendlichen in Verbindung mit Mitarbeitern der offenen Jugendarbeit. Darüber hinaus soll bei Großveranstaltungen eine Anlaufstelle, ein Treffpunkt für Jugendliche geschaffen werden. Um gefährliches Rauschtrinken bereits im Vorfeld zu verhindern, setzt HaLT auf die systematische Einhaltung des Jugendschutzgesetzes, auf das Ausbilden von Erwachsenen mit Multiplikatorenfunktion und die Senibilisierung breiter Bevölkerungsgruppen.  

14. Club 7 / Teen Challenge Berlin e.V.: 1.000 Euro 

Die Kontakt- und Beratungsstelle in Reinickendorf für drogen- und alkoholkranke Menschen möchte mit dem Club 7 Projekt Heranwachsende aus sozial schwierigen Hintergründen durch die brisante Phase der Teenagerzeit begleiten. Das Projekt richtet sich an Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren aus sozial benachteiligten Familienhintergründen, bei denen das Thema Sucht eine prägnante Rolle spielt. Das Angebot ist bewusst gewählt als sinnvolle Alternative zum Disco- oder Partybesuch. Durch unterschiedliche kreative, sportliche und erlebnispädagogische Aktionen sollen sich die Jugendlichen ausprobieren können, ihre Stärken und Talente entdecken und so in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden. Durch Ausflüge und Exkursionen sollen sie die Möglichkeit bekommen, ihr alltägliches Umfeld einmal zu verlassen, ihren Horizont zu erweitern und Neues zu entdecken. Durch vielfältiges gruppenpädagogisches Arbeiten sollen die Jugendlichen in ihrer Team- und Gemeinschaftsfähigkeit gefördert werden. Die Eltern sollen durch Eltern- und Familiennachmittage erreicht werden.  

15. „Vergiss mich nicht“-Patenschaften: 500 Euro 

„Vergiss mich nicht“ ist ein Baustein des Diakonischen Werkes und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern aus Suchtfamilien einen Paten an die Seite zu stellen, der ihnen über einen längeren Zeitraum einen stabilen Bezugspunkt bietet. Kinder aus suchtbelasteten Familien erfahren zu Hause oft Streit und Überforderung. Für eine gesunde Entwicklung brauchen sie aber einen verlässlichen Erwachsenen, der für sie da ist.  

16. MAKS – Modellprojekt Arbeit mit Kindern von Suchtkranken: 1.000 Euro 

MAKS ist ein Projekt des AGJ-Fachverbandes für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e.V.. MAKS bietet ambulante Hilfe und Unterstützung für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien, für Kinder und Jugendliche psychisch kranker Eltern und für suchtmittelkonsumierende Schwangere und Eltern mit Kleinkindern. Für die tägliche Arbeit ist MAKs auf die Unterstützung Ehrenamtlicher mit einem soliden Grundwissen zur Zielgruppe angewiesen. Diese Wissensvermittlung findet in Form einer Ausbildungsreihe statt. Dazu gehören 10 Themenabende, begleitende Supervision und ein gemeinsames Abschlusswochenende.  

17. Kinderferienfreizeit der Caritas Mannheim: 1.000 Euro 

Das Projekt „Kisiko – Kinder sind kompetent“ ist ein Unterstützungsangebot für Kinder suchtkranker Eltern. Diese Kinder sind stark belastet. In diesem Projekt lernen sie ihre schwierige Lebenssituation zu bewältigen. Die Kinder werden unterstützt durch die Stärkung ihres Selbstwertgefühls und die Förderung ihrer Fähigkeiten sich selbst zu schützen. Durch die Freizeit soll den Kindern die Möglichkeit geboten werden, sich von zu Hause zu lösen, um ganz Kind sein zu dürfen. Dabei werden sie begleitet und betreut und lernen im traditionell christlichen Sinne einen mitmenschlichen, wertschätzenden Umgang.